Mahndepots in Dresden

Veröffentlichungen

Sächsische Zeitung, Samstag, 8. Februar 2003

Auf den Spuren der Erinnerung durch Dresden
Künstlerinitiative versenkt das 58. Mahndepot


Von Monika Dänhardt

Am Altmarkt gibt es zwei, am Carolaplatz eine, im Großen Garten eine, am Hauptbahnhof eine – insgesamt sind bisher 57 Edelmetallkappen mit der Gravur „Ort“ und einer Nummer in Dresden zu entdecken. Ab dem 13. Februar 2003 werden es 58 sein, denn diese geheimnisvollen Plaketten sind ein eigenes Mahnmal für diesen Tag. Es sind Deckel, die Edelstahlröhren verschließen.

Im Jahr 2001, 56 Jahre nach der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg, begann die Künstlerinitiative „Kunstplan“ ein ungewöhnliches Geschichtsbuch zu erstellen. Sie kennzeichneten damals 56 Orte in Dresden, die mit Ursachen, tragischen Ereignissen und Folgen des 13. Februars 1945 in engem Zusammenhang stehen. Die zehn Zentimeter langen Hülsen, die in den Boden gelassen werden, enthalten Niederschriften aus der Biografie des jeweiligen Ortes und aktuelle Fotos. Jedes Jahr folgt an dem Tag des Gedenkens ein weiteres „Mahndepot“. Im vergangenen Jahr bekam die Hofkirche so eine Markierung. Ein Ort, an dem die in die Mauer geritzten Worte: „Minen net“ langsam verblassen. Mitglieder der Roten Armee hinterließen dies, wenn ein Museum nach Untersuchung freigegeben werden konnten.

Nicht spektakulär,

sondern nachdenklich


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